Wir vermeiden Plastiktüten, kaufen Bio-Obst und -Gemüse und setzen auf nachhaltige Energie. Warum sollten wir dann nicht auch beim Vermögensaufbau auf Nachhaltigkeit setzen? Was steckt hinter nachhaltigen Geldanlagen? Gibt es bestimmte Kriterien, anhand derer Fonds als nachhaltig deklariert werden könnten? Worauf sollte ich achten, wenn ich mein Geld nachhaltig anlege? Wir haben die Antworten.

Das Thema Nachhaltigkeit hat nicht nur in unserem Alltag Einzug gehalten, sondern auch in der Finanzwelt. Nachhaltige Geldanlagen boomen seit Jahren. So belief sich in Deutschland 2019 das verwaltete Vermögen von Nachhaltigkeitsfonds auf 63,2 Milliarden Euro. Nur zwei Jahre zuvor war es mit 30,1 Milliarden Euro nicht einmal halb so viel.

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Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019. Berlin, Juni 2019. https://www.forum-ng.org/images/stories/Publikationen/fng-marktbericht_2019.pdf (Aufgerufen am 05.08.2020)*

Was steckt hinter nachhaltigen Geldanlagen?

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Geldanlagen nun genau? Dass es nur um die Umwelt geht, ist zu kurz gedacht, denn Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. So können sich Unternehmen gegen Armut einsetzen, für menschenwürdige Arbeit, sauberes Wasser oder auch Frieden und Gerechtigkeit. Wir haben eine Übersicht für Sie zusammengestellt:

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Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019. Berlin, Juni 2019. https://www.forum-ng.org/images/stories/Publikationen/fng-marktbericht_2019.pdf (Aufgerufen am 05.08.2020)*

Woran erkenne ich nachhaltige Fonds?

Seit 2017 müssen alle börsennotierten Unternehmen ausführlicher darlegen, welche Umwelt- und Sozialstandards sie einhalten. Dennoch gibt es immer noch keine einheitliche Definition für nachhaltige Fonds in Deutschland. Dies bedeutet, dass letzten Endes jeder Fondsanbieter ein Votum abgibt, wie nachhaltig seine Anlage ist. Im Wesentlichen orientiert er sich dabei an bestimmten Kriterien für nachhaltige Fonds: Umweltaspekte, Produktionsbedingungen und Management – die sogenannten „ESG-Kriterien“ (Environment, Social, Governance). Diese Kriterien bieten Fondsmanagern zusätzliche Anhaltspunkte, die Nachhaltigkeit von Fonds zu bewerten. Zum Beispiel, indem sie diese besonders gewichten oder die besten Unternehmen in einer bestimmten Kategorie betrachten. Teils sprechen Anbieter von sogenannten „ESG-Fonds“.

Wie gut ein Fonds zu Ihren persönlichen Nachhaltigkeitskriterien passt, hängt aber auch davon ab, wie der Fondsanbieter die einzelnen Kriterien gewichtet und welche Ausschlusskriterien er für den Fonds vorsieht. Ein Teil der Fonds hat zusätzlich einen externen, unabhängigen Beirat, der die auszuwählenden Anlagetitel prüft. Er kann das Fondsmanagement, je nach Ausgestaltung, beraten oder gar verbindliche Vorgaben treffen.

Wenn Sie also verantwortungsbewusst investieren wollen, können entsprechende Fonds mit einem Nachhaltigkeitsausschuss ein guter Einstieg für Sie sein.

Was macht nachhaltige Fonds so interessant?

Zum Teil besteht noch das Vorurteil, dass nachhaltige Geldanlagen eine schlechtere Rendite erzielen als reguläre Anlagen. Doch das stimmt nicht. Verschiedenste Studien widerlegen dieses Vorurteil gegenüber nachhaltigen Fonds, beispielsweise die Metastudie „Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität“ der Steinbeis-Hochschule Berlin. Diese hat 195 Studien zu nachhaltigen Investments unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Es lassen sich keine Belege dafür finden, dass nachhaltige Anlagen generell schlechter performen als traditionelle Investments. Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen inzwischen sogar auf, dass Nachhaltigkeit die Rendite positiv beeinflusst. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen gehen nachhaltig agierende Unternehmen effizienter mit Ressourcen um. Dies kann sich durch Produktivitätsgewinne und Materialeinsparung wirtschaftlich positiv auswirken. Zum anderen reduzieren diese Unternehmen wirtschaftliche Risiken, da sie bewusst die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Umweltkatastrophen verringern und so eher große finanzielle Schäden vermeiden. Natürlich auch zur Freude der Investoren. Ein weiterer Punkt ist die steigende Nachfrage von Kunden für nachhaltige Geschäftsmodelle, wodurch sich ebenfalls besondere Chancen für diese Unternehmen und deren Aktienkurs ergeben.

Der größte Bonus ist jedoch das gute Gewissen, etwas für Umwelt und Gesellschaft zu tun.

Was gilt es bei nachhaltigen Investments zu bedenken?

Grundsätzlich gilt es erst einmal, sich selbst im Klaren darüber zu werden, welche Nachhaltigkeitsaspekte Ihnen wichtig sind. Worauf legen Sie besonders Wert, was ließe sich evtl. (erst einmal) vernachlässigen? Ein Finanzberater kann Ihnen dann dabei helfen, die passenden Geldanlagen für Ihre Bedürfnisse zu finden. Außerdem ist es ratsam, auch bei nachhaltigen Investments eine breite Streuung anzustreben. So können Sie das Risiko für Ihre Geldanlage reduzieren und Schwankungen am Markt besser ausgleichen. Zudem ist auch bei nachhaltigen Geldanlagen Ihr Rendite-Risiko-Profil entscheidend. Setzen Sie eher auf Sicherheit oder sind Sie risikofreudiger in Ihrer Anlagestrategie? Dabei können nachhaltige Geldanlagen Ihr Rendite-Risiko-Profil sogar verbessern und im ersten Schritt vielleicht auch einfach eine gute Ergänzung zu Ihren regulären Investments sein.

Sie möchten gern mehr über nachhaltige Geldanlagen erfahren oder haben konkretes Interesse?

Wir beraten Sie gern unverbindlich – auch per Videoberatung.

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