Geld und Liebe – alles andere als ein Widerspruch. Fast alle Paare sprechen offen darüber. Und Streit? Gibt es weniger als gedacht. Bei der Frage Finanzen zusammenlegen oder unabhängig bleiben offenbart sich ein scheinbares Paradox. Einblicke zum Thema Geld und Beziehung liefert eine neue repräsentative Studie des Finanzberatungsunternehmens Swiss Life Select mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov.
Ergebnisse im Überblick
- 98 Prozent aller Paare in Deutschland wollen in Beziehungen offen über Finanzen sprechen
- Eine Mehrheit von 54 Prozent hat sich noch nie über Finanzen gestritten
- Selbst ist die Liebe: 75 Prozent wollen auch in einer Beziehung finanziell selbstbestimmt bleiben
- Aber: 69 Prozent der Paare sind auch der Meinung, dass Geld in der Beziehung geteilt werden sollte
- Paare blicken pessimistisch auf die gesetzliche Rente: Nur 25 Prozent glauben an eine ausreichende staatliche Altersabsicherung
Jeder Dritte spricht wöchentlich über Geld
Geld als Tabuthema? Das war einmal – zumindest in festen Partnerschaften. Eine überwältigende Mehrheit von 98 Prozent der Befragten ist der Meinung, dass in einer Beziehung offen über Finanzthemen gesprochen werden sollte. Jeder Dritte spricht sogar mindestens einmal pro Woche darüber. Top-Themen: Die monatlichen Fixkosten (86 Prozent) und die Höhe des Gehalts (79 Prozent). Folglich wissen nur 4 Prozent der Befragten nicht, wie viel ihr Partner oder ihre Partnerin verdient. Aber: Davon kennen immerhin doppelt so viele Frauen wie Männer die Einkommenshöhe ihres Partners oder ihrer Partnerin nicht.
Beziehungskiller Geld? Mehr als die Hälfte streitet nie über Finanzen
Beim Geld hört die Freundschaft auf, heißt es oft. Gilt das auch für die Liebe? Zwar sorgen Finanzen bei immerhin 45 Prozent mindestens selten für Konflikte, aber nur 2 Prozent geben an, regelmäßig über Geldthemen zu streiten. 54 Prozent erklären sogar, noch nie über Geldthemen gestritten zu haben. Kommt es zu Konflikten, sind es mehrheitlich unterschiedliche Vorstellungen vom Geldausgeben und Sparen (70 Prozent), über die sich Paare in die Haare bekommen. Einkommensunterschiede (15 Prozent) folgen als Streitpunkt mit großem Abstand. Abgeschlagen sind rein persönliche Motive wie fehlendes Vertrauen (7 Prozent) oder Neid und Eifersucht (3 Prozent).
Gemeinsame Finanzen? Jein!
Zusammen oder getrennt? Diese Frage kann nicht nur im Restaurant zu unangenehmen Situationen führen, sondern beschäftigt auch Paare. Die Studie legt offen, dass Paare beim Thema Finanzen Unabhängigkeit und Gemeinsinn gleichermaßen wollen: 75 Prozent der Befragten möchte auch in einer Beziehung selbstbestimmt über ihre finanziellen Mittel entscheiden. Zugleich ist sich eine Mehrheit von 69 Prozent einig, dass Geld innerhalb einer Beziehung (eher) geteilt werden sollte.
Gemeinsame finanzielle Ziele und Lebensträume motivieren eine Mehrheit von 56 Prozent aller Befragten – besonders aber die jüngeren Paare. 66 Prozent der Befragten in der Gen Z und Millennials geben an, langfristige gemeinsame Finanzziele wie den Kauf einer Immobilie, das Erreichen finanzieller Freiheit oder eine Weltreise in ihrer Beziehung zu verfolgen.
„Selbstbestimmung ist ein zentraler Wert, der beim Thema Geld und Finanzen für alle Altersgruppen handlungsleitend ist. Menschen in einer Beziehung sind heute mehrheitlich nicht bereit, finanzielle Selbstbestimmtheit in einer Partnerschaft aufzugeben. Dass die Mehrheit gleichzeitig Geld teilen möchte, ist nur ein scheinbares Paradox – und sehr themenabhängig. Denn eine – zusätzliche - partnerunabhängige Altersvorsorge beugt materiellen Abhängigkeiten in der Liebe vor. Dagegen schweißt es viele Paare noch enger zusammen, wenn sie auf gemeinsame finanzielle Ziele hinarbeiten oder Geld im Alltag teilen“, so Linnewedel.
Altersvorsorge: Nur jeder Vierte zählt auf gesetzliche Rente
Unter den Paaren in Deutschland grassiert die Angst vor Altersarmut: Eine große Mehrheit (59 Prozent) treibt Sorgen über die finanzielle Zukunft um – nur 35 Prozent geben sich in Sachen finanzielle Sicherheit entspannt. Auf die gesetzliche Rente vertrauen nur noch die Wenigsten: Nur jeder Vierte (25 Prozent) glaubt daran, dass diese als Altersabsicherung ausreicht – unter den jüngeren Paaren der Gen Z und Millennials vertrauen ihr nur noch 20 Prozent. Entsprechend wichtig ist das Thema private Altersvorsorge. Und hier schreiben Paare in Deutschland das Thema Eigenverantwortung groß: Nur 13 Prozent der Befragten geben an, Vorsorgethemen dem Partner oder der Partnerin zu überlassen. Erstaunlich: Es sind die jüngeren Paare der Gen Z und Millennials, die Vorsorgefragen mit 20 Prozent fast doppelt so häufig wie Gen X und Baby-Boomer (12 Prozent) an den Partner oder die Partnerin delegieren. Dennoch ist Altersvorsorge (auch) Gemeinschaftssache: Fast sieben von zehn Befragten (69 Prozent) erklären, dass sie auf die gemeinsame Vorsorge für das Alter vertrauen.
„Paare blicken in Deutschland mit einem gesunden Realismus auf das Thema Altersvorsorge“, sagt Linnewedel. „Gerade die jüngeren Paare machen sich wenig Illusionen darüber, dass die gesetzliche Rente zur Sicherung ihres Lebensstandards ausreicht. Dieser nüchterne Blick auf die Rente paart sich mit einem ausgeprägten Sinn für finanzielle Eigenverantwortung. Denn für moderne Paare sind getrennte und gemeinsame Vorsorge für später kein Widerspruch. Sie erkennen die Wichtigkeit, sich als Partner gemeinsam finanziell für später zu wappnen. Gleichzeitig achten sie darauf, sich nicht in eine finanzielle Abhängigkeit zu begeben. Das spricht für finanzielle Reife.“
Infografiken
Zur Studie
Die Daten dieser Befragung basieren auf von Swiss Life Select beauftragten Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 25.09. - 06.10.2025 insgesamt 1022 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Familienstand und Kindern quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
Links & Downloads
- Ergebnispräsentation zur Swiss Life Select-Beziehungsstudie
- Gesamtgrafik zur Swiss Life Select-Beziehungsstudie (pdf)
- Grafik: Beziehungsstudie "Geld und Liebe"
- Grafik: Let's talk about ... money!
- Grafik: Beziehungskiller Geld?
- Grafik: Gemeinsame Finanzen? Jein!
- Grafik: Rund 6 von 10 Paaren fürchten sich vor Armut im Alter
- Grafik: Blindes Vertrauen bei jungen Paaren?
Über Swiss Life Select
Swiss Life Select ist Teil von Swiss Life Deutschland, einem marktführenden
Anbieter von Finanz- und Vorsorgelösungen. Kernkompetenz von Swiss Life Select ist ein ganzheitlicher
Beratungsansatz nach dem Best-Select-Prinzip. Dies ermöglicht die kundenorientierte Produktauswahl aus
einem breiten Portfolio an Lösungen von renommierten Banken, Versicherungen, Bausparkassen, Fondsgesellschaften und weiteren Finanzdienstleistern. Mit Blick auf seine Mandanten versteht sich Swiss Life Select als ein Partner für alle Lebensabschnitte, der maßgeschneiderte Lösungskonzepte für jeden
individuellen Kundenbedarf bietet. Um höchsten Ansprüchen der Mandanten gerecht zu werden, lässt sich
das Unternehmen regelmäßig von unabhängigen Instituten testen und bewerten. In den Bereichen
Beratungs- und Betreuungsqualität sowie Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Beratungsansatz bereits
mehrfach ausgezeichnet worden. Swiss Life Select ist deutschlandweit mit mehr als 300 Finanzkanzleien präsent. Hauptsitz des Unternehmens ist Hannover.