Um die Coronapandemie einzudämmen, gilt eine Ausgangs- und Kontaktbeschränkung. Für das tägliche Leben in der Familie oder für Singles hat das Folgen: Viele Menschen sind unsicher, weil gewohnte Strukturen wegbrechen. Was hilft, um besser mit dieser Unsicherheit im Alltag klarzukommen?

Schulen sind geschlossen, Freizeiteinrichtungen auch: Wer kann, bleibt zu Hause – und arbeitet dort auch. Für die meisten Menschen fällt mit der Verbreitung des Coronavirus die gewohnte Alltagsstruktur weg. Das sorgt bei Eltern und Kindern gleichermaßen für Verunsicherung. Und Singles fällt vermutlich schnell die Decke auf den Kopf. Folgende Tipps helfen, einen erfüllenden Tagesablauf zu gestalten.

1. So strukturieren Sie Ihren Familienalltag

Als Eltern können Sie Ihre Kinder unterstützen, indem sie in dieser Ausnahmesituation gemeinsam neue Alltagsstrukturen finden und definieren. Setzen Sie sich dabei nicht unnötig unter Druck. Denn diese neue Struktur kann nicht dieselbe sein, wie vor dem Ausbruch der Pandemie. Das ist nicht möglich und macht nichts. Es ist zum Beispiel nicht schlimm, wenn der Medienkonsum Ihrer Kinder während dieser Ausnahmesituation im Vergleich zum normalen Alltag leicht höher ist. Machen Sie Ihren Kindern aber von Anfang an bewusst, dass sich das wieder ändern wird, sobald sich die Lage normalisiert hat.

Authentische Regeln aufstellen:
In einer Gruppe, das kann eine Familie ebenso sein wie eine Wohngemeinschaft, treffen unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinander. Wichtig ist es, dass sich alle zusammensetzen und gemeinsam überlegen, welche Werte für die jeweilige Gruppe von Bedeutung sind. Ist Rücksichtnahme in dieser Gruppe sehr wichtig, ergibt sich daraus zum Beispiel die Regel, Musik nur mit Kopfhörern zu hören. Wenige und wichtige Regeln, die für alle nachvollziehbar sind und gemeinsam festgelegt werden, geben allen Halt und Orientierung.

Tagesablauf gemeinsam gestalten:
Das Coronavirus bietet Familien die Chance, ihren Alltag gemeinsam zu gestalten. Beziehen Sie Ihre Kinder ein und nutzen Sie die Fähigkeiten aller Familienmitglieder. Überlegen Sie miteinander, wie der Tagesablauf aussehen könnte. Definieren Sie Fixpunkte, an denen Sie und Ihre Kinder sich orientieren können, wie zum Beispiel:

  1. Aufgabenplan für die Schule festlegen
  2. Zeitfenster für den Medienkonsum bestimmen
  3. Momente für das gemeinsame Spiel einplanen
  4. Zeiträume definieren, um sich selbstständig in der Wohnung oder im Freien zu beschäftigen
  5. Homeofficezeiten für Eltern festlegen
  6. Gemeinsam kochen, aufräumen und Mahlzeiten einnehmen
  7. Familienprojekte planen

Mehr dazu, wie Rituale Kinder stärken:
www.baby-und-familie.de
www.elternwissen.com

Familie spielt Karten

2. Wie Singles cool bleiben

Paare und Familien haben einen Vorteil, wenn es in diesen Tagen um körperliche Distanz geht: Sie haben zumindest sich. Und Singles? Während Videotelefonate mit Freunden oder Familie für eine langfristige Befriedigung des Bedürfnisses nach sozialer Interaktion sorgen, helfen Likes in den sozialen Medien nur kurzfristig, um Einsamkeit zu bekämpfen. Die gemeinsamen Erfahrungen mit Freunden lassen sich heute oft auch digital umsetzen. Mit Browser-Erweiterungen kann man synchronisiert Filme bei Netflix schauen. Videospiele oder digitale Brettspiele verbinden über den Bildschirm hinweg. Und mit den Nachbarn kann man ja auch über den Balkon sprechen.

3. Die sieben wichtigsten Regeln für die Arbeit zu Hause

Viele Menschen sind während der Coronakrise angehalten, zu Hause zu arbeiten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Und was im Büro Routine ist, stellt einen in den eigenen vier Wänden plötzlich vor ungeahnte Herausforderungen. Was jetzt hilft, vor allem, wenn man als Single lebt:

Arbeiten im Bett?
Zunächst einmal sollte man sich zu Hause nach Möglichkeit einen festen Arbeitsplatz einrichten. Optimal wäre ein eigenes Zimmer, notfalls kann man sich auch mit einer Stellwand behelfen. Andernfalls fällt das Abschalten schwer. Im Schlafanzug am Schreibtisch: Jeder wie er mag, das ist ein Vorteil im Homeoffice. Trotzdem: Manche Menschen können zu Hause nur konzentriert arbeiten, wenn sie sich morgens so anziehen, als würden sie ins Büro gehen.

Pausen planen:
Wer im Homeoffice arbeitet, für den sind Pausen keine Selbstläufer, denn es kommen keine Kollegen, die einen zum Beispiel zum Mittagessen abholen. Die größte Gefahr ist, den ganzen Tag ungestört zu arbeiten und Pausen zu vergessen. Deshalb sollten Pausen bewusst in den Tagesablauf eingeplant werden.

Freizeit richtig genießen:
Viele neigen dazu, in ihren Pausen einfach am Schreibtisch sitzen zu bleiben. Das sollte man nicht tun, denn dann bekommt man den Kopf nicht frei. Wer zu Hause arbeitet, kann sich in der Pause etwas gönnen, was man sonst eher nicht macht: sich mit einer Tasse Kaffee auf den Balkon setzen und mit Freunden telefonieren, eine Runde Joggen oder gemeinsam mit der Familie essen.

Den Tag durchtakten:

Damit man nicht vor einer endlosen To-Do-Liste sitzt und nicht weiß, wo man anfangen soll, sollte man sich morgens hinsetzen und überlegen, was heute gemacht werden muss. Diese Dinge arbeitet man dann der Reihe nach ab. Tipp: Eine Not-To-Do-Liste kann Druck aus dem Alltag nehmen und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens freiräumen.

Homeoffice heißt nicht Isolation:
Damit der persönliche Austausch mit Kollegen nicht zu kurz kommt, sollte man dafür feste Zeiten einplanen. Ein regelmäßiger Video-Call ist eine gute Möglichkeit.

Jetzt ist Feierabend:
Feierabend im Homeoffice bedeutet meist auch, die bewusste Entscheidung zu treffen, dass noch nicht Erledigtes auch Zeit bis morgen hat. Man sollte also ein festes Ende seiner Arbeit definieren und Laptop sowie Diensthandy dann weglegen.
 

Wussten Sie, dass die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit psychische Erkrankungen sind?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützt Sie, wenn Ihr Leben aus gesundheitlichen Gründen aus dem Takt gerät.

4. Entspannungstechniken lernen

Die aktuelle Ausnahmesituation ist für alle Menschen eine Herausforderung. Wenn der sonst gewohnte Alltag plötzlich neuen Regeln folgt, fällt vielleicht auch das Abschalten schwer. Warum nicht in der Zeit zu Hause Entspannen lernen? Yoga, Tai Chi, Meditation oder Autogenes Training sind Techniken, die Sie mit Hilfe von Büchern oder geführten Videos auf YouTube und Co. ausprobieren können. Nutzen Sie die Zeit zu Hause und probieren Sie es aus. Und wer sich für all dies nicht begeistern kann, dem reicht manchmal schon eine leckere Tasse Tee oder Kaffee auf Balkon oder Terrasse mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen.

Frau auf Balkon

5. Social Distancing: Die wichtigsten Regeln für ein fürsorgliches Miteinander im Alltag

Wir alle müssen gerade lernen, dass man die Liebe zu seinen Nächsten am deutlichsten mit körperlicher Distanz ausdrückt – als Zeichen von Fürsorge. Das bedeutet im Alltag:

Reichlich Abstand:
Das RKI rät, zwischenmenschliche Kontakte auf wenige und bekannte Personen zu beschränken, sodass sich Infektionen im Zweifel nachverfolgen lassen. Dabei gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: Also mindestens eineinhalb, besser zwei Meter Abstand halten und auf alle Begrüßungsrituale wie Händeschütteln und Umarmungen verzichten.

Antizyklisch rausgehen:
Wer kann, geht nicht zu Stoßzeiten einkaufen, sondern dann, wenn Supermärkte oder Apotheken eher leer sind.

Gefährdete unterstützen:
Das gilt besonders für Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, also vor allem für Ältere und chronisch Kranke. Gleichzeitig sind diese in ihrer Bewegungsfreiheit am meisten eingeschränkt. Wer kann, sollte ihnen Hilfe für Einkäufe und Besorgungen anbieten. Wichtig ist dabei, dass Helfer und Risikopatient keinen direkten Kontakt haben. Am besten organisiert man den Einkauf per Telefon und stellt die Tüten einfach vor die Tür.

Frische Luft:
Sonnenlicht und Sauerstoff sind weiter wichtig. Schließlich profitieren davon die physische und die ebenfalls nicht unwichtige psychische Gesundheit. Allerdings gilt auch und gerade hier: Abstand ist wichtig. Wer laufen will, macht das also am besten allein - und nicht mit seiner Laufgruppe.

Ausführlich finden Sie die Ratschläge der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hier.
 

Einkaufstasche an Haustür

6. Wenn gar nichts mehr geht: Hilfe in Konflikt- und Krisensituationen

Die Krise ist ernst und betrifft alle. Das lässt sich nicht verdrängen, und das sollte man auch nicht tun. Gleichzeitig kann man aber versuchen, positive Gefühle zu stärken. Und wenn alles zu viel wird, sollte man sich auch nicht scheuen, professionelle Hilfe zu holen – zum Beispiel bei einer Telefonseelsorge: www.telefonseelsorge.de

Kinder und Jugendliche können sich bei der „Nummer gegen Kummer“ anonym beraten lassen. Sie berät bundesweit und kostenfrei per Telefon unter 116 111, Montag bis Samstag, 14 bis 20 Uhr, außerdem per E-Mail und Chat. Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ ist unter 0800 111 0 550, Montag bis Freitag, 9 bis 11 Uhr, Dienstag bis Donnerstag, 17 bis 19 Uhr zu erreichen. Im Internet unter: www.NummerGegenKummer.de

Darüber hinaus gibt es Kinder-, Jugend- und Familienberatungsstellen, die aktuell auch telefonisch erreichbar sind. Auf den Seiten der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) steht eine Beratungsstellensuche sowie eine Online-Elternberatung und eine Online-Jugendberatung zur Verfügung: https://www.bke.de/?SID=052-6B2-170-98A

Mutter tanzt mit Tochter

Heute einsteigen und morgen dynamisch anpassen!

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