Die Corona-Pandemie stellt für uns alle aktuell eine einmalige Krisensituation dar – gesunde Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler stehen plötzlich vor völlig neuen wirtschaftlichen Herausforderungen. Zur Überbrückung dieser Krisenzeit gibt es vom Bund und den Ländern teilweise Zuschüsse, Kredite, Bürgschaften und die Möglichkeit, Steuern zu stunden. Viele wichtigen Fakten und Hilfestellungen (Stand 01.04.20) rund um die Corona-Fördermaßnahmen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wichtiges in Kürze: An wen kann ich mich wenden, wenn ich finanzielle Hilfe benötige?

  • Soforthilfen für Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler können bei den
    Landesinvestitionsbanken beantragt werden.    
  • Ansprechpartner für Verdienstausfälle durch Quarantäne sind die Landessozialämter.
  • Ein Kreditaus dem KfW-Maßnahmenpaket kann über Ihre Hausbank oder einen anderen Finanzierungspartner beantragt werden.
  • Unterstützung bei der Finanzierung von Hilfskrediten bieten Ihnen die Landesbürgschaftsbanken.
  • Steuerliche Hilfsmaßnahmen können bei den Finanzämtern beantragt werden.
  • Eine Übersicht der staatlichen Corona-Hilfen finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.
  • Eine Übersicht über die Soforthilfe-Programme der einzelnen Bundesländer finden Sie hier.

„Finanzielle Hilfen“

Staatliche Soforthilfen

Mit einem „unbürokratischen Soforthilfeprogramm“ in Höhe von 50 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung Kleinstunternehmen aus allen  Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbständigen und Freiberuflern finanzielle Soforthilfen zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um einmalige Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Jeder Freiberufler und selbstständige Unternehmer, der nicht mehr als zehn Mitarbeiter (zehn Vollzeitäquivalente) hat, hat grundsätzlich Anspruch auf die Zuschüsse.

Das Soforthilfeprogramm beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro für 3 Monate.
  • Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Eurofür 3 Monate.
  • Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der gegebenenfalls nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Diese Soforthilfen sollen Ihnen dabei helfen, akute Liquiditätsengpässe zu überwinden und vor allem laufende Betriebskosten wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten zu decken.

Um die Soforthilfen beziehen zu können, müssen Sie als Antragsteller u.a. wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) infolge der Corona-Pandemie nachweisen können. Das heißt konkret, dass Ihr Unternehmen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein darf und der Schadenseintritt nach dem 11. März 2020 erfolgt sein muss. Zudem muss bei jedem Zuschuss begründet werden, wofür er verwendet wird. Die Abwicklung und Bewilligung der Anträge erfolgt elektronisch über die Landesinvestitionsbanken.

Weitere Voraussetzungen und Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums. Informieren Sie sich auch über die Soforthilfe-Programme der einzelnen Bundesländer.
 
Verdienstausfall bei Quarantäne
 
Sie sind Arbeitnehmer in Quarantäne und machen sich Sorgen um Ihr Gehalt? Seien Sie beruhigt – denn für Arbeitnehmer, die sich auf Anordnung vom Gesundheitsamt in Quarantäne befinden, zahlt in der Regel der Arbeitgeber den Lohn für bis zu sechs Wochen weiter. Dieser wiederum kann sich das vorausgezahlte Geld im Nachhinein von den Behörden erstatten lassen. Grundlage hierfür ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 56, Absatz 5.
 
Aber auch als Selbstständige und Freiberufler gehen Sie nicht leer aus: Bei Vorliegen aller Voraussetzungen besteht auch für Sie die Möglichkeit, auf Antrag beim jeweiligen Landessozialamt den eigenen
Verdienstausfall in gewissen Grenzen ersetzt zu bekommen.“ und den Absatz mit dem folgenden Satz (der bitte auch mit einem Link hinterlegt ist) beenden: Grundlage hierfür ist ebenfalls des Infektionsschutzgesetz (IfSG) §56, Absatz 1.

„Liquiditätshilfen“

KfW-Kredite

Wenn es jetzt für Sie als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler darum geht, einen finanziellen Engpass zu überbrücken und Liquidität zu sichern, kann der KfW-Kredit die erste Wahl zur Betriebsmittelfinanzierung sein. Im Unterschied zu „normalen“ Krediten werden die Hilfskredite in der Regel zu günstigeren Konditionen gewährt. Im Zuge der Corona-Soforthilfe wurden die Zinsen sogar nochmals erheblich abgesenkt. Die KfW übernimmt dabei als staatliche Förderbank einen Teil des Risikos Ihrer Bank. Voraussetzung für die Zusicherung des KfW-Kredits ist u.a., dass Sie bis zum 31.12.2019 nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren.

Wie beantrage ich den KfW-Kredit? Die Antragstellung erfolgt über Ihre Hausbank oder einen anderen Finanzierungspartner Ihrer Wahl.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der KfW. Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 539 9001.

Bürgschaften

Ihnen fehlen im Rahmen von Kreditfinanzierungen Sicherheiten?  Dabei können Ihnen die deutschen Bürgschaftsbanken jetzt verstärkt unter die Arme greifen. Als ein wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung können Sie Ihnen in Verbindung in Verbindung mit Ihrer Hausbank herauszustellende Kredite besichern.

Die Rahmenbedingungen wurden im Zuge der Corona-Krise erheblich erleichtert. So wird beispielsweise der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Der Bund erhöht seinen Risikoanteil bei den Bürgschaftsbanken zudem um 10 Prozent, damit die in der Krise schwer einzuschätzenden Risiken leichter geschultert werden können. Weiter wird die Obergrenze von 35 Prozent Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken auf 50 Prozent erhöht.

Zur Beschleunigung der Liquiditätsbereitstellung befähigt der Bund die Bürgschaftsbanken zudem, Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von 3 Tagen treffen zu können. Die Antragstellung erfolgt über Ihre Hausbank.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seites des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, bei Ihrer Hausbank oder Ihrer Landesbürgschaftsbank.

Wie werden in Not geratene Darlehensnehmer entlastet?

Im Falle von drastischen Einnahmerückgängen können sie bis zu drei Monatsraten stunden. Dieses gilt für Ansprüche des Darlehensgebers auf Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 fällig werden - sowohl für Ratenkredite als auch für Immobiliendarlehen. Eine Bedingung gibt es: Der Vertrag muss vor dem 15. März 2020 abgeschlossen worden sein. Neben Eigennutzern sollen auch Vermieter entlastet werden, deren Mieter aufgrund der Krise ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Bereits vor dieser Gesetzesinitiative haben uns viele Bankpartner signalisiert, dass sie an Lösungen für vorübergehende Liquiditätsengpässe arbeiten. Mehr Informationen zum Hilfspaket der Bundesregierung finden Sie hier.

„Steuerliche Hilfsmaßnahmen“

Als steuerpflichtiger Selbstständiger oder Unternehmer haben Sie die Möglichkeit, Steuerstundungen oder den Erlass von Vorauszahlungen  zu beantragen, um Ihre Liquidität zu erhalten. Zudem können Sie bei überfälligen Steuerschulden die Vollstreckung bis zum Ende des Jahres strecken. Voraussetzung dafür ist u.a., dass Sie als Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen sind.

Kontaktieren Sie Ihr Finanzamt oder Ihren Steuerberater, um über Ihre individuellen Möglichkeiten der Steuererleichterung zu sprechen.

Weitere Informationen zu möglichen Steuererleichterungen erhalten Sie beim Bundesfinanzministerium.

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