Mehr als eine Million Euro – so viel Geld bringt schon ein durchschnittliches Einkommen im Laufe von 40 oder mehr Berufsjahren ein. Wer nach einem Unfall oder aufgrund einer Erkrankung seinen Job nicht mehr ausüben kann, dem droht also ein Millionenverlust. Das Risiko ist hoch. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie sich dagegen absichern.

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Erklärgrafik die aufzeigt, was durch die Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt werden kann

Wissenswertes
Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden sinnvoll, der sein Einkommen schützen möchte. Besonders wichtig ist die Absicherung für angestellte Arbeitnehmer, Azubis und Studenten, Selbstständige und Freiberufler, Beamte sowie junge Familien.
  • Sie erhalten die vereinbarte Rentenhöhe im Leistungsfall bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit. 
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine vereinbarte Rente, wenn Sie Ihren Beruf dauerhaft (Richtwert: mehr als sechs Monate) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann sich i. d. R. flexibel an die unterschiedlichen Lebenssituation anpassen. Hierzu gehören z. B. ein Jobwechsel, Arbeitslosigkeit oder die Erhöhung der Rente bei der Geburt Ihres Kindes.

Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

Gut zu wissen
Darauf sollten Sie beim Abschluss der BU achten

  • Die richtige Laufzeit:
    Auch in höherem Alter bleibt das Risiko, berufs- oder erwerbsunfähig zu werden, hoch. Um lückenlos geschützt zu sein, sollte der Vertrag auf jeden Fall bis zum Rentenalter (bis 67 Jahre) laufen. Den finanziellen Schutz oder bei Eintritt einer schweren Erkrankung können Sie wahlweise auch lebenslang vereinbaren.
  • Nachversicherungsgarantie:
    Durch veränderte Lebensumstände oder Lebensstandards kann es sinnvoll sein, den Leistungsumfang einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Zeit anzupassen. Typische Ereignisse sind z. B. eine größere Gehaltserhöhung, eine Immobilienfinanzierung, eine Hochzeit oder eine Geburt, aber auch der Abschluss eines Studiums. Hierfür sollte der Berufsunfähigkeitstarif die Option zur Nachversicherung beinhalten.
  • Beitragsdynamik:
    Mittels Beitragsdynamik stellen Sie sicher, dass sich die BU-Rente Jahr für Jahr um einen Prozentsatz erhöht. Damit gleichen Sie eine inflationsbedingte Wertminderung Ihrer Berufsunfähigkeitsrente aus. Da sich für gewöhnlich auch Ihre Beitragszahlungen im Jahresrhythmus erhöhen, kann es vorkommen, dass Ihnen diese Erhöhung einmal nicht recht ist. Für diesen Fall können Sie, abhängig vom ausgewählten Versicherer, der Beitragsdynamik widersprechen. Teilweise ist sogar eine dauerhafte Auslassung möglich.
  • Verzicht auf eine abstrakte Verweisung:
    Im Rahmen der Leistungsfall-Prüfung werden Sie nicht auf eine andere oder alternative Tätigkeit, die Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit aufgrund Ihrer Ausbildung, Kenntnisse und Fähigkeiten ausüben könnten, verwiesen.

Häufige Fragen

Als berufsunfähig gilt in der Regel, wer seinen Beruf für mindestens 6 Monate nur zu 50 % seiner ursprünglichen Leistungsfähigkeit ausüben kann. Die Einschätzung, ob und wie stark eine Person aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls eingeschränkt oder gar nicht arbeiten kann, nimmt dabei ein Arzt oder Gutachter vor.

Ein Beispiel: Eine 55-jährige Buchhalterin arbeitet seit ihrer Ausbildung im Büro einer Großspedition. Ihre geregelte Arbeitszeit beträgt 8 Stunden pro Tag. Dann erleidet sie einen schweren Bandscheibenvorfall, der – trotz der Medikamente – nur noch maximal 3 Stunden Arbeit am Tag zulässt. Die Prognose des Arztes ist, dass sich der Zustand der Frau wohl nicht mehr bessern wird. Die Frau arbeitet von jetzt an in Teilzeit, gilt aber als berufsunfähig.

Zwar hat der Gesetzgeber entschieden, dass ein Arbeitgeber auch dann Lohn zahlen muss, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin erkrankt oder aus anderen Gründen unfähig ist, zu arbeiten. Diese Lohnfortzahlung ist jedoch auf maximal 6 Wochen beschränkt. Bei einer zweiwöchigen Grippe ist man finanziell abgesichert. Was aber, wenn der Arbeitsausfall länger andauert – etwa dann, wenn sich der Dachdecker bei einem Motorradunfall das Bein bricht oder die Angestellte einen Burn-out erleidet? Hier kann Ihnen die Berufsunfähigkeitsversicherung helfen:  Sie stellt bei entsprechender Absicherung sicher, dass die Person ein umfassendes und geregeltes Einkommen erhält – und zwar für die gesamte Dauer der Berufsunfähigkeit.

Arbeitsunfähig ist, wer durch eine „kurze Krankheit“, beispielsweise aufgrund eines Virusgrippe, vom Arzt krankgeschrieben ist. Der Arbeitgeber zahlt in den ersten sechs Wochen das Gehalt weiter, anschließend übernimmt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse die Gehaltszahlung. Allerdings übernimmt die Krankenkasse für maximal 72 Wochen die Gehaltszahlung und auch nicht zu 100 % Ihres vorherigen Gehalts. Diese Differenz kann zum Beispiel durch ein Krankentagegeld ausgeglichen werden.
Berufsunfähig ist, wer durch langfristig gesundheitliche Einschränkungen und einen BU-Grad von mindestens 50 % nicht mehr arbeiten kann.

Für die Aufnahme in eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind Gesundheitsfragen üblich. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung gibt es nicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie bei einem Arzt vorstellig werden müssen. Es reicht aus, Angaben zu Ihrer Gesundheit – z. B. zu chronischen Erkrankungen oder früheren Verletzungen – wahrheitsgemäß im Antrag anzugeben. Das geschieht auch zu Ihrem eigenen Schutz: Kommt es wirklich einmal zum Leistungsfall, laufen Sie nicht Gefahr, wegen Verletzung der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht die Zahlung einer BU-Rente zu verlieren.