Und plötzlich ist Winter – acht Mythen über Winterreifen

„Im Winter herrscht Winterreifenpflicht“, „Allradautos können gänzlich darauf verzichten“ und „1,6 Millimeter Profil sind genug“. Rund um das Thema sind viele Mythen im Umlauf. Doch nicht alle sind wahr. Wir verraten Ihnen was richtig ist.

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und der erste Bodenfrost hat sich bereits angekündigt. Damit steht der Winter vor der Tür – höchste Zeit, die Winterreifen aufzuziehen. Doch was müssen Sie als Autofahrer nun beachten? 

Irrtum 1: „Mit Winterreifen kann man nicht schnell fahren!“

Das hängt von Ihrer Reifenwahl ab. Heutzutage erlauben einige Modelle ein hohes Tempo. Auskunft darüber gibt der Geschwindigkeitsindex auf der Reifenflanke: "T" steht für ein Maximaltempo von 190 km/h, "H" für 210 km/h, "V" für 240 km/h.

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Irrtum 2: „Durch den Winter mit Sommerreifen – das gibt höchstens eine Verwarnung“

Werden Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Ihrem Pkw mit Sommerreifen erwischt, kann dies mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt geahndet werden. Gefährden Sie durch die falsche Bereifung andere Teilnehmer, und verursachen Sie einen Unfall, müssen Sie mit dem doppelten Bußgeld rechnen. Zahlen müssen Sie aber nur, wenn Sie tatsächlich beim Fahren erwischt werden – für ein mit Sommerreifen geparktes Auto gibt es kein Knöllchen.

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Irrtum 3: „Für alle Länder gelten die gleichen Gesetze“

Fahren Sie mit Ihrem Pkw während der kalten Jahreszeit ins Ausland, informieren Sie sich über die landestypischen gesetzlichen Bestimmungen, denn eine weltweite Regelung für Winterreifen gibt es nicht. Während einige unserer Nachbarländer Winterreifen unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, reicht zurzeit die Nutzung von Schneeketten in Ländern wie Dänemark oder Norwegen bereits aus. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

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Irrtum 4: „Auch für den Ersatzreifen gilt Winterreifenpflicht“

Müssen Sie aufgrund einer Panne den Reifen Ihres Pkw wechseln und haben Sie nur einen Sommerreifen als Ersatz dabei, so haben Sie keine Strafe zu befürchten. Allerdings müssen Sie dann umgehend und ohne Umwege eine Werkstatt aufsuchen um einen Winterreifen montieren lassen, denn der unterschiedliche Grip der Reifen kann das Auto unberechenbar machen.

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Irrtum 5: „Im Winter gilt Winterreifenpflicht!“

Als Faustregel für den Einsatz von Winterreifen hat sich die einprägsame Abkürzung „Von O bis O“ eingebürgert – von Oktober bis Ostern. Doch einen gesetzlich festgelegten Zeitraum gibt es nicht. In Deutschland gilt die sogenannte „situative Winterreifenpflicht“: Winterreifen müssen bei Pkw`s genutzt werden, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ vorherrscht (§ 2 Absatz 3a StVO).

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Irrtum 6: „Mein Allradauto braucht keine Winterreifen“

Zwar bieten vier angetriebene Räder auf glatter Fahrbahn mehr Traktion als zwei – aber auch sie geraten bei Schnee und Eis an ihre Grenzen geraten. Zudem haben Allradautos beim Bremsen in der Regel keine zusätzlichen Vorteile. Egal, ob Fahrzeuge Allrad-, Front- oder Heckantrieb haben, sie bremsen alle immer mit vier Rädern ab.

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Irrtum 7: „Gute Winterreifen erkennt man durch den Aufdruck „M+S“

"M+S" steht für „Matsch + Schnee“ und ist kein gesetzlich geschütztes Symbol. Es gibt also Reifen, deren Eignung für den Wintereinsatz nicht offiziell geprüft wurde. Beim Kauf von Winterreifen sollte deshalb das Schneeflockensymbol berücksichtigt werden. Reifen, die dieses besitzen, sind geprüft wintertauglich. 

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Irrtum 8: „Eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern ist ausreichend“

Zwar muss die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von Reifen bei mindestens 1,6 Millimetern liegen. Aus Sicherheitsgründen raten Experten aber  dazu, den Winterreifen nur bis zu einer Profiltiefe von Minimum vier Millimetern zu fahren, um eine Verschlechterung von Traktion und Grip zu vermeiden. 

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Schutz durch Kfz-Versicherung: Winterreifen notwendig bei Schnee

Für einen ausreichenden Schutz durch die Kfz-Versicherung sind Winterreifen saisonal oder situativ notwendig. Nehmen Sie trotz schlechter Straßenverhältnisse mit Sommerreifen am Verkehr teil, kann dies ein Verkehrsverstoß darstellen. Verursachen Sie bei schneebedeckten Straßen mit Sommerreifen einen Unfall, prüft die eigene Kfz-Versicherung, ob Sie grob fahrlässig gehandelt haben. Dies kann zu Leistungskürzungen führen. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, welche Bereifung geeignet und versichert ist. 

Unser Spartipp – Wechseln lohnt sich!

Bei keiner anderen Versicherung wechseln die Kunden so häufig den Anbieter wie bei der Kfz-Versicherung – und das oft aus gutem Grund. Denn bei Autoversicherungen gibt es enorme Preis-, Leistungs-, Service- und Qualitätsunterschiede. Bestehende Versicherungsverträge können in der Regel bis zum 30. November eines Jahres fristgerecht gekündigt werden. Möchten Sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln, oder möchten Sie mehr Leistung für Ihr Geld, lassen Sie sich gerne beraten.

Fotos © thinkstock.com

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