Mikroabenteuer: Kick nach Feierabend

Endlich mal wieder etwas Aufregendes erleben? Kein Problem: MIKROABENTEUER vor der eigenen Tür bringen Spaß und Spannung in den Alltag. Zelten im Garten, bei Dunkelheit schwimmen gehen oder mit dem Kanu durch die eigene Stadt paddeln: Man muss nicht immer weit fahren, um etwas zu erleben.

Vor allem wenn der nächste Urlaub noch in der Ferne liegt und der ewige Trott aus Fernsehen und Haushalt nach Feierabend auf die Stimmung drückt, können ungewöhnliche Aktivitäten zum Abenteuer werden. Solche schnell organisierten Erlebnisse vor der eigenen Haustür heißen Mikroabenteuer und werden immer beliebter. Denn ob nach Büroschluss oder am Wochenende, auch in kurzer Zeit lässt sich viel erleben – sogar in der eigenen Stadt.

Die Wasserseiten Berlins

Warum zum Amazonas reisen, wenn es an der Spree noch viele unbekannte Ufer gibt? In Berlin können Mikroabenteurer ab 18 Uhr beim Bootsverleih Canoa Berlin ins Kanu steigen und in der dreistündigen „Kreuzberg-Tour“ das alternative Berlin von der Wasserseite aus kennenlernen. Ab einer Teilnehmerzahl von vier Personen starten die Kanuten von den Wiesen am Urbanhafen aus, schippern über den Landwehrkanal bis zur Spree. Unterwegs gibt es Sehenswürdigkeiten wie die Oberbaumbrücke oder den Molecule Man zu erspähen, und auch die ehemalige Grenzkontrollanlage am Osthafen darf nicht fehlen, bevor der idyllische Spreeabschnitt ungeahnte Naturerlebnisse beschert. Als Alternative bietet Canoa Berlin auch eine zweistündige After-work-Tour, auf der gestresste Arbeitstiere in der Abendsonne mit Kollegen oder Freunden entspannen können. Und wer noch größere Kanuabenteuer sucht, kann zum Beispiel beim Verleih „Der Kanutourist“ von Tegel aus mit einem Guide im Kanu fünf Stunden lang die Havel erkunden.

Ort: Berlin
Anbieter: www.canoa-berlin.de, ab 20 Euro;
www.derkanutourist.de, ab 35 Euro

Endstation: Unbekanntes München

Jeden Tag am selben Bahnhof in die U-Bahn ein- und an der Haltestelle bei der Arbeit wieder aussteigen – eine Routine, aus der es sich gelegentlich auszubrechen lohnt: In einer Stadt wie München mit einem großen U- und S-Bahn-Netz können Bahn-Mikroabenteurer etwas erleben, wenn sie nicht wie gewohnt zurück zum Heimatbahnhof, sondern weiter bis zur Endhaltestelle fahren. Oder in eine unbekannte Linie umsteigen. Wer nicht alles dem Zufall überlassen will, dem sei die Fahrt mit der S6 nach Tutzing empfohlen, vorbei am Starnberger See bis zur Endhaltestelle mit Seepanorama und Biergärten in der Nachbarschaft. Ebenfalls lohnend ist die Bahnfahrt mit der S4 nach Ebersberg. Dort können Spaziergänge rund um den Egglburger See oder im Wildpark Ebersberg einen Wochenendtag füllen. Besonders Abenteuerlustige wählen am Hauptbahnhof einen Regionalzug aus, dessen Ziel sie noch nie gehört haben – es gibt viel zu entdecken!

Ort: München
Preis: Tageskarte MVV-Gesamtnetz, 12,80 Euro

Schnitzeljagd durch Köln

Eine weitere Möglichkeit, ohne großen Aufwand einen spannenden Feierabend zu erleben, bietet Geocaching. Bei dieser modernen Schnitzeljagd können Besitzer eines Smartphones mit GPS-Empfänger ihre Heimatstadt neu entdecken. Das funktioniert so: Anhand von geografischen Koordinaten müssen Geocaches gefunden werden, also kleine Verstecke in der Stadt, in denen ein Behälter verborgen ist und darin wiederum eine Information, ein Rätsel oder ein Gegenstand. Der Reiz: Die unterhaltsame Schatzsuche führt oft an Orte, an denen man noch nie war. Unzählige Geocaches-Koordinaten und -Rundgänge für Köln gibt es zum Beispiel unter www.geocaching.com, der größten Geocaching-Datensammlung im Internet. Zum Reinschnuppern bieten sich auch organisierte Touren an. Oder der Mikroabenteurer löst fiktive Kriminalfälle auf einem Ausflug mit www.querfeldeins.de. Wer einmal Gefallen daran gefunden hat, dem wird so schnell nicht mehr langweilig: Weltweit gibt es über zwei Millionen Geocaches.

Ort: Köln
Anbieter: www.city­hunters.de/koeln,
www.guiders.de/koeln, ab 30 Euro

Schitzeljagd per GPS

Bike-Fishing an Magdeburgs Elbswiesen

Wer in Magdeburg morgens Angel und Fahrrad ins Auto lädt, kann den Abend an den Elbauen ausklingen lassen: Bike-Fishing nennt sich das Mikroabenteuer, das dort nach Büroschluss wartet. Nach einer halben Stunde Autofahrt wechselt man aufs Rad, um an idyllische Angelstellen zu gelangen – ein kleiner Kraftakt in dem naturbelassenen Gelände, der sich lohnt. „Mit dem Rad kann ich von Buhne (Ufervorbau, die Red.) zu Buhne fahren, bewege mich in der Natur, und wenn es gut läuft, fange ich sogar einen Fisch“, sagt Holger Koeppe, der nach Vereinbarung zweistündige Bike-Fishing-Touren anbietet. Ein Abenteuer, das nachwirkt: „Wenn ich am nächsten Tag vom Radfahren Muskelkater habe, weiß ich, dass ich den Feierabend optimal genutzt habe“, sagt Koeppe. Natürlich kann Bike-Fishing auch ohne Anleitung und an anderen Flüssen Deutschlands unternommen werden. Neben der Ausrüstung ist lediglich ein Angelschein erforderlich.

Ort: Elbauen rund um Magdeburg
Anbieter: www.koederfuehrung.de, Preis nach Absprache

 Angler am See an der Elbe in Magdeburg

Vier tolle Beispiele für Mikroabenteuer in der Stadt – ähnliche Möglichkeiten und Herbst-/Winter-Alternativen bieten sich garantiert auch in Ihrer Nähe. Entdecken Sie Ihren Wohnort neu und werden Sie zum City-Abenteurer.   

Fotos © iStockphoto.com/g-stockstudio/KaninRoman, www.koederfuehrung.de; Wikimedia Commons/Fuenfrosen

 

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